Liebe Mitglieder der AWO,
Zum 1. Mai 2009 hat die NPD eine öffentliche Versammlung mit anschließendem Aufzug angekündigt und beantragt. Die Stadt Ulm ist diesem Ansinnen nicht nachgekommen. Diese Veranstaltung wurde verboten. Die beiden Städte Ulm und Neu-Ulm und deren Oberbürgermeister Ivo Gönner und Gerold Noerenberg sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund Region Ulm-Biberach mit seinem Vorsitzenden Wolfgang Klook luden über die Presse zu einem Treffen am 21. Januar in das Ulmer Gewerkschaftshaus ein.
Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern der beiden Städte und demokratischen Institutionen und Organisationen wollte man ein Zeichen setzen gegen rechtextremes und fremdenfeindliches Gedankengut, was zu Hass und Gewalt führt.
Viele Menschen folgten dem Aufruf. Das Gewerkschaftshaus war völlig überfüllt. Viele Besucher verfolgten die Veranstaltung auf dem Flur, denn der große Saal war voll. Auch die AWO war vertreten. Gerade wir von der AWO lehnen rechtsradikale Politik entschieden ab. Unsere Erfahrungen im „Dritten Reich“ mit den Nazis haben wir nicht vergessen. Viele AWO Leute wurden verfolgt und eingesperrt. So auch unsere Fritzl Heilbronner von der Ulmer AWO. Die Nazis enteigneten unseren Wohlfahrtsverband. Als die AWO sich weigerte unter dem Hakenkreuz zu arbeiten, wurde sie verboten. Erst nach dem Krieg konnte die AWO ihre Arbeit wieder aufnehmen.
Die Veranstaltung im Gewerkschaftshaus verabschiedete eine Resolution gegen die NPD-Veranstaltung am 1. Mai. (rechts dargestellt)
Man vereinbarte im Gewerkschaftshaus, dass eine Vielzahl von Aktivitäten am 1. Mai stattfinden werden, die sich gegen Rechtextremismus in unseren beiden Städten richten.
Wir von der Ulmer AWO werden wieder wie bisher am 1. Mai mit unserem Kaffee- und Kuchenstand auf dem Münsterplatz vertreten sein. Diesmal allerdings werden wir unseren Kaffeeplausch etwas politischer gestalten. Wir erwarten viele Besucher, und wünschen uns natürlich auch sehr viele Kuchenspenden. Wer hilft mit? Wer einen Kuchen für uns backen kann melde sich bitte in der Geschäftsstelle unter der Tel. Nr.: 0731 967982-13.
Ihre Karin Schwarz
Resolution
Die demokratischen Kräfte in Ulm und Neu-Ulm sprechen sich entschieden gegen die geplante NPD-Veranstaltung am 01. Mai 2009 aus. In unseren Städten ist kein Platz für Aktionen rechtsextremer Parteien.
- Wir verurteilen Bestrebungen aller rechtsradikalen Gruppierungen, die die fundamentalen demokratischen Grundsätze und Grundlagen eines friedlichen Miteinanders missachten.
- Wir wollen tolerante, weltoffene Städte, in denen Menschen unterschiedlichster Überzeugungen und unterschiedlichster Herkunft und Lebensweise friedlich zusammenleben können.
- Wir lehnen jegliche Aktivitäten von verfassungsfeindlichen Organisationen ab. Wir bekennen uns zu einer demokratischen, pluralistischen und offenen Gesellschaft.
- Wir wehren uns gegen Gewalt und Diskriminierung.
- Wir setzen uns ein für Integration und Toleranz.
Eine Demokratie muss wehrhaft sein, sie zu schützen ist unsere gemeinsame Aufgabe und Verpflichtung. Der Rechtsextremismus muss entschlossen, mutig und mit allen zur Verfügung stehenden rechtsstaatlichen und demokratischen Mittel bekämpft werden.
Alle Bürgerinnen und Bürger von Ulm, Neu-Ulm und aus der Region sind aufgerufen, durch breite und öffentliche Ablehnung ein Zeichen für unsere Gemeinschaft und Demokratie zu setzen. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass ein diskriminierungsfreies, friedliches, tolerantes und unsere Grundwerte achtendes Zusammenleben in unseren Städten und in der Region gewahrt bleibt.





